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Volker Monnerjahn über Jugend- und Bildungsarbeit im DJK-Verein

Nach seiner Tätigkeit als Vorsitzender in Oberwesel führte er von 1997 bis 2005 die DJK im Bistum Trier. Von 2004 bis 2015 als Präsident des DJK-Bundesverbands tätig, lag ihm die Jugend- und Bildungsarbeit besonders am Herzen und setze sich stark für die Nachwuchsförderung in den DJK-Vereinen vor Ort ein. Heute ist der Sport- und Biologielehrer am Kant-Gymnasium in Boppard noch beratend im DJK-Verein und auf Bundesebende tätig.

 

Die Gewinnung von engagierten Führungskräften stellt hohe Anforderungen an die Vereine aber auch an die Verbände. Welche konzeptionellen Ansätze können hier hilfreich sein?
Grundsätzlich muss die Organisierung von unten nach oben gehen, nicht von oben nach unten; d.h., Nachwuchsgewinnung von der Basis zur Spitze. Wenn die entsprechende Basisarbeit unterstützt wird, dann ist das automatisch auch im Rückblick die Möglichkeit, Kräfte für alle nächst höheren Ebenen zu gewinnen. Das bedeutet also, dass ich investieren muss in dieses Dienstleistungsdenken, und dass ich mehr Kräfte in Ausbildung schicken muss, als ich wirklich benötige. Man muss von einem normalen Schwund ausgehen und hier muss gerade im Bereich der Nachwuchsarbeit gepowert werden. Darüber hinaus muss man bereit sein, Positionen zu verändern, Inhalte und Zuständigkeiten zu verändern, damit Arbeitsfelder aufgebaut werden können; das Ganze ist ein dynamisches und kein starres System.


Die Schaffung von DJK-Erlebnisräumen war dir stets ein wichtiges Anliegen. Was verbirgt sich dahinter?
Das „Mehr“ der DJK muss man erlebt haben und nur diejenigen, die DJK am eigenen Leib gespürt haben, die die entsprechenden Werte selbst erfahren haben, sind dazu in der Lage, diese zu vermitteln und weiter zu transportieren. Wenn wir Nachwuchskräfte haben möchten, die DJK-gemäß Sport unterrichten bzw. im Verein Sport anbieten oder in irgendeiner Position im Verein sind, dann ist das schwierig, wenn man dies am eigenen Leib nicht in einem DJK-Verein erlebt hat. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, dass entsprechende Erlebnisräume geschaffen werden, in denen wir als Verband, als Organisation, als Verantwortliche, ein Angebot schaffen, wo unsere Leute nach Hause gehen und sagen: „Das war toll, das hat mich stark gemacht, das war eine Tankstelle.“ DJK-Erlebnisraum heißt für mich, eine „zwischenmenschliche Tankstelle“, die dann wieder im Verein dazu dienen kann, um das „Mehr“ an andere Menschen weiterzugeben.


Kannst du solche konkreten DJK-Tankstellen näher beschreiben?
Ja, das ist unterschiedlich. Das können spirituelle Angebote sein, das können aber auch ganz „normale“ Sportveranstaltungen sein, bei denen man spürt, dass man als Person ernst genommen wird, dass der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht das Ergebnis, sondern das Erlebnis.


Du bist ein leidenschaftlicher Kämpfer für die DJK. Welches Motiv treibt dich an, dass du dich so für die DJK einsetzt?

Das Motiv, das mich antreibt, ist ganz einfach: Ich habe DJK als eine ganz positive Sache erlebt – im eigenen Verein, beim Trainer, Übungsleitenden und beim Vereinsvorsitzenden. Da habe ich sehr viel mitgenommen; meine persönliche Entwicklung wurde hier positiv beeinflusst. Und dieses Erlebnis möchte ich möglichst vielen Menschen vermitteln. Das ist die Antriebskraft.

Das Interview führte Rainald Kauer.