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Geschichte des DJK-Sportverbandes Diözesanverband Trier

Die Spurensuche nach der Gründung des DJK-Diözesanverbandes Trier fällt nicht leicht. Es fehlen Dokumente und Quellen, die den Anfang markieren. Gründungsmitglieder und Zeitzeugen leben nicht mehr oder können sich nicht mehr genau erinnern. Zwei Kopien von Zeitungsausschnitten geben einen ersten Hinweis auf die Gründungsveranstaltung. Der Text stammt von dem 1. Pressewart der Diözesangemeinschaft, Alfred Gard. In beiden Zeitungen ist der Text identisch.

Am 30.04.1952 trafen sich auf der Marienburg auf Einladung der Diözesanjugendführung zahlreiche alte und junge DJK Sportler aus der ganzen Diözese, unter ihnen auch einige sportbegeisterte geistliche Herrn, wie Diözesanjugendseelsorger Rektor Waßmuth, Pater Peus von der MJC Trier und der rührige Pastor Wolsfeld von Biewer”.

Am Samstag trafen sich zunächst einige DJK’ler, um im kleinen Kreis ihre Erfahrungen auszutauschen und die Gründungstagung am nächsten Tag, dem Sonntag, vorzuarbeiten. Eine wichtige Rolle bei diesem Gründungswochenende spielte der Bundesgeschäftsführer der DJK, Josef Schwartmann, vom Hauptsportamt in Altenberg, der als Vertreter der DJK auf Bundesebene in Fragen der Organisation und der inhaltlichen Ausgestaltung der DJK-Arbeit den Delegierten wertvolle Impulse gab.

In einer Gemeinschaftsmesse am Sonntag unterstrich Rektor Waßmuth die Zielsetzung der DJK: Ein Leben in Gesundheit und Schönheit, Frische und Gewandtheit, Reinheit und Kraft. Er betont die Freude am Spiel der Kräfte, das freudige Erlebnis des eigenen Seins. Nach der gemeinsamen Eucharistiefeier gab der Bundesgeschäftsführer einen Rückblick auf Entstehung, Entwicklung und Verbotszeit der DJK im Dritten Reich. Auch er geht noch einmal auf die Zielsetzung der DJK ein: “Wie der Mensch aus Leib und Seele besteht, ist nicht nur dem einzelnen Menschen, sondern auch der Gemeinschaft die Aufgabe gestellt, Seele und Leib zu pflegen. Sport ist nur dann sinnvoll, wenn er zur Gesunderhaltung des Leibes und zur Freude in freiwilliger Gemeinschaft dient.”

Die sich anschließenden Wahlen führten zu folgendem Ergebnis: 1. Vorsitzender: Paul Pankert (DJK Gutweiler), Geistlicher Beirat: Pastor Wolsfeld (Biewer), Stellvertretender Vorsitzender: Peter Kilzer (DJK Rheinkraft Koblenz), Pressewart: Alfred Gard (DJK Trier Porta Nigra), Diözesansportwart: Sportlehrer Charles (MJC), Jugendführung: Jugendpfarrer Waßmuth, Gerd Caspers. Als Beisitzer wurden Delegierte verschiedener Vereine gewählt: Max Hill (DJK St. Matthias Trier), Heinrich Röser (DJK Trier-Biewer), Hermann Grimm (DJK Oberwesel). Von den Vereinen in Herdorf, Ochtendung, Niederfell und Linz wurden später Vertreter für die DJK Diözesangemeinschaft benannt. Im Mittelpunkt der Beratungen am Nachmittag stand der Diözesansporttag am 30. und 31. August 1952 in Trier. Ein abwechslungreiches Programm sollte angeboten werden: Schwimmwettkämpfe, Tischtennismeisterschaften, Leichtathletik, Geräteturnen, Radfahren, Handball und Fußball. Als besondere Attraktion war ein Fußballspiel zwischen einer Diözesanauswahl und einer ausländischen Mannschaft vorgesehen. Interessant ist auch die Tatsache, daß dem Diözesansporttag in den Dekanaten Ausscheidungswettkämpfe vorgeschaltet werden sollten.

Auch die Gestaltung des Rahmenprogramms wurde besprochen: Sport-, Sing- und Tanzabend der DJK Herdorf am Samstag, am Sonntag Gemeinschaftsmesse im Stadion vor Beginn der Wettkämpfe, am Nachmittag Fahnenweihe, Siegerehrung und Ansprachen “führender kirchlicher und weltlicher Würdenträger”.

Interessant ist auch die Wertung, die Alfred Gard für das Treffen auf der Marienburg vornimmt. “Das gemeinsame Liedgut, die gastliche Bewirtung und Unterkunft auf der sonnenüberfluteten Marienburg waren ganz dazu angetan, eine recht frohe Stimmung hervorzuzaubern. Man schied in dem Bewußtsein, in der DJK Sportarbeit innerhalb der Diözese ein gutes Stück vorwärts gekommen zu sein.”

Besonders erwähnt werden muss auch die Tatsache, dass der Sporttag in Verbindung mit dem Diözesantag des Bundes der Katholischen Jugend angesiedelt war.

Ein Jahr später, am 3. Mai 1953, trafen sich Vereinsvertreter zu der Diözesanvorstandssitzung in Koblenz zu einer Arbeitstagung und zu Vorstandswahlen. Karl Daum (Trier) wurde einstimmig zum Vorsitzenden und Fritz Charles (MJC Trier) zum Sportwart gewählt. Pater Peus (MJC Trier) übernahm das Amt des Geistlichen Beirats und Max Hill (Trier) die Geschäftsführung. Im Mittelpunkt der Beratungen stand das Diözesansportfest, das am 14. Juni in Trier stattfinden sollte, und zu dem eine starke Beteiligung aus dem Saargebiet erwartet wird. Die Wettkämpfe, die gemeinsam mit der Katholischen Jugend durchgeführt werden sollen, sind als Ausscheidungswettkämpfe für das Bundessportfest in Schweinfurt gedacht.

Ein Fragment einer Vorstandssitzung vom 20. März 1955 deutet an, dass es Spannungen im Vorstand um die Person Karl Daum gegeben haben muss. In dem Auszug des Protokolls wird ersichtlich, dass Daum die Neuwahl um zwei Monate vorverlegte, weil verschiedene Mitglieder der Auffassung waren, dass ein Akademiker den Vorsitz übernehmen solle. Bei der anschließenden Wahl wurde der Andernacher Karl Metzger gewählt, der dann bis zum Jahre 1986 die Geschicke des Diözesanverbandes Trier als Diözesanvorsitzender bestimmte. Ihm folgte der Rektor Alois Kapell, Kelberg, Mitglied der DJK Oberwesel. In seiner Zeit wurde u.a. die Geschäftsstelle in Trier auf drei Mitarbeiter ausgebaut und damit insbesondere dem Bildungsanspruch der DJK Rechnung getragen. Ihm folgte am 05. Januar 1997 der Gymnasiallehrer Volker Monnerjahn (DJK Oberwesel), der insbesondere die Strukturen innerhalb der DJK überarbeitete.

Das Jahr 2002 war das 50. Jubiläumsjahr des DJK-Diözesanverbandes Trier. Es stand unter dem Motto “DJK bringt den Menschen ins Spiel”.

Von 2006 bis 2014 führte erstmals eine Frau den Diözesanverband. Rosemarie Schorr aus Marpingen wurde am 18. März 2006 in Plaidt beim 31. DJK-Diözesantag gewählt. Damit folgte sie Volker Monnerjahn. Sie legte ihren Arbeitsschwerpunkt auf intensive Kontakte mit den Verantwortlichen in den DJK-Sportvereinen. Damit stärkte sie das Netzwerk der Vereine. Ihrem Engagement ist es u.a. zu verdanken, dass die Trierer DJK sich zu einem quantitativ und qualitativ leistungsstarken Diözesanverband weiterentwickelte.

In den Jahren 2007 (Oberwesel) und 2009 (Ochtendung) richtete die DJK erfolgreich Familienfestivals aus, die sich einem großen Zuspruch erfreuten. Erstmal wurde 2009 eine offene Triplette-Meisterschaft im Pétanque durchgeführt (Oberwesel)

Seit 2015 liegt die Verantwortung in den Händen von Franz Dirr, der als Trierer enge Kontakte zu der DJK-Geschäftsstelle in der Herzogenbuscherstraße und den dort Mitarbeitenden hält. Die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit des Diözesanverbandes wird durch die Übertragung des DJK-Bundestag in Wissen (2015) und des DJK-Bundesjugendtag in Trier (2017) deutlich.

Für das Bistum Trier bedeutet dies heute:

  • 84 DJK-Sportvereine
  • über 4.000 Gruppen und Abteilungen
  • 28.500 Mitglieder
  • 12.000 Frauen
  • 17.000 Männer
  • 13.490 Jugendliche unter 27 Jahren
  • ca. 3.500 ehrenamtliche Mitarbeitende
  • zahlreiche vereinseigene Sportstätten
  • vielfältige Kooperationen und Netzwerke
  • Engagement in allen Gesellschaftsschichten
  • familienfreundliche Mitgliedsbeiträge
  • Sportangebote für alle Altersgruppen
  • gelebte  Inklusion und Integration
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • gelebter Glauben
  • der Mensch steht im Mittelpunkt
  • DJK-Ethikpreis als Würdigung für werteorientierte Arbeit im Sport und durch Sport

 

Die Umsetzung des DJK-Ethikpreis „Der Mensch im Sport“, mit seiner werteorientierten Ausrichtung zur Würdigung des Ehrenamtes, wird seit 2012 zu einem wichtigen Anliegen ausgebaut und hat sich seither etabliert.